Bsal - Wichtige Informationen!


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Handout mit wichtigen Informationen zu Bsal
Inhalt: Ursprung des Pilzes, Symptome, Übertragung, Handlungshinweise, Bsal in Hagen
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Für weitere Informationen oder bei Fragen schreibt uns gerne eine E-Mail an: info@nabu-hagen.de


Ursprung des Pilzes

Der Pilz wurde vermutlich durch den Tierhandel aus Asien eingeschleppt. Dort ist er endemisch und verursacht keinen Schaden bei den einheimischen Amphibienpopulationen. Hier sieht es allerdings anders aus. 2015 wurde Bsal zum ersten Mal in Deutschland (Eifel) entdeckt. Man geht aber davon aus, dass er schon mindestens seit 2004 in Deutschland vorkommt. 2017 wurde der Pilz dann erstmals im Ruhrgebiet nachgewiesen.


Symptome

Der Pilz verursacht Ulzerationen (kleine, runde Löcher in der Haut), die meistens einen Durchmesser von 0,25–1 mm haben. Durch diese Schäden kommt es zu sekundären Infektionen der Epidermiszellen. Das ist ein großes Problem, da die Haut ein sehr wichtiges Organ für Amphibien ist. Über die Haut werden zum Beispiel die Osmoregulation und der Wasserhaushalt geregelt und geatmet. Diese sekundären Infektionen führen dann meist innerhalb von zwei Wochen zum Tod des Tieres. Durch Bsal kam es schon europaweit zu regelrechten Massensterben der Feuersalamander. 


Übertragung

Über direkten Kontakt mit infizierten Tieren (v.a. andere Feuersalamander, aber auch Molche und ein paar Froscharten). Indirekt über Pilzsporen aus der Umwelt. Diese können in Wasser und Erde überdauern und bis zu 48h – 7 Tage später noch Feuersalamander infizieren. Dadurch trägt vermutlich auch der Mensch massiv zur Ausbreitung bei, da er die Sporen zum Beispiel beim Wandern oder Mountainbiken in neue Gebiete einschleppt. 


Was DU tun kannst, als...

Wanderer, Mountainbiker...

Desinfiziert euch die Schuhsohlen bzw. die Reifen vor dem Betreten/Befahren neuer Gebiete mit Alkohol (70 %).


Bsal in Hagen

Der Pilz wurde in Hagen bisher noch nicht nachgewiesen, aber es gibt Nachweise für Dortmund, den Ennepe-Ruhr-Kreis, den Hochsauerlandkreis, Bochum, Wuppertal, Witten, etc. Es kann also nicht mehr lange dauern bis er auch in Hagen sein wird, falls er nicht schon da ist. Um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern oder zumindest einzudämmen, sind die Hygienemaßnahmen bisher die einzige Chance. Deswegen: bitte desinfizieren Sie ihre Schuhe/Reifen mit 70 %igem Alkohol oder wechseln Sie das Schuhwerk vor dem Betreten anderer Gebiete. 

Quellen:

 

Beninde et al., 2020, Connectivity of Alpine newt populations (Ichthyosaura alpestris) exacerbates the risk of Batrachochytrium salamandrivorans outbreaks in European fire salamanders (Salamandra salamandra).

 

Fisher et al., 2020, Chytrid fungy and global amphibian declines.

 

Kelly et al., 2021, Diversity, multifaceted evolution, and facultative saprotrophism in the European Bsal epidemic.

 

Lötters et al., 2020, The amphibian pathogen Batrachochytrium salamandrivorans in the hotspot of its European invasive range: past – present – future.

 

Schulz et al., 2015, Batrachochytrium salamandrivorans in the Ruhr District, Germany: history, distribution, decline dynamics and disease symptoms of the salamander plague.

Handlungsempfehlungen zur Freilandarbeit in und an aquatischen Lebensräumen hier